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Das deutsche Sigel-System

Allgemeines
Sigel sind in Deutschland zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Kennzeichen für Bibliotheken in Zusammenhang mit dem Projekt "Preußischer Gesamtkatalog" entstanden und vom damaligen "Auskunftsbureau der deutschen Bibliotheken" an der Königlichen Bibliothek in Berlin für Auskunfts- und Leihverkehrszwecke weiterentwickelt worden. Ein erstes Sigelverzeichnis mit über 300 Einträgen war im Gesamt-Zeitschriftenverzeichnis 1914 enthalten. Heute gibt es in der ISIL- und Sigeldatei über 7.000 Einträge, die auch ein Sigel haben.

Da Sigel überwiegend für Bibliotheken vergeben werden, sind sie nicht geeignet für die spartenübergreifende Kennzeichnung von Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen. Hierfür wird das „internationale Standardkennzeichen für Bibliotheken und verwandte Einrichtungen“ ISIL (International Standard Identifier for Libraries and Related Organizations) verwendet, das auch international verbreitet ist und wesentlich mehr Einsatzmöglichkeiten hat. Ein kompletter Umstieg von Sigel auf ISIL ist für die deutschen Bibliotheken geplant. (Derzeit werden beide Kennzeichentypen für Bibliotheken noch parallel vergeben.)

Die Vergabe von neuen Sigeln erfolgt auf Antrag durch die Sigelstelle. Dabei spielt es grundsätzlich keine Rolle, ob die Einrichtung am Leihverkehr teilnimmt.

Sigel werden in der Regel als fortlaufende Nummern vergeben.

Beispiele:
 
1 = Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Haus Unter den Linden
12 = Bayerische Staatsbibliothek München
100 = Kommunikations-, Informations- und Medienzentrum der Universität Hohenheim
1100 =  Kreis- und Stadtbibliothek Osterholz-Scharmbeck
1901 = Stadtbücherei Kolbermoor

Sonderfälle
Sigel für Bibliotheken von Hochschulinstituten (Institutssigel) werden von den Hochschulen selbst vergeben in der Form "Sigel der UB/Ziffer für Institut". Sie werden der Sigelstelle per Antragsformular mitgeteilt und erhalten durch Veröffentlichung in der ISIL- und Sigeldatei Verbindlichkeit.

Beispiel: 16/88 = Universität Heidelberg, Institut für Umweltphysik

Buchstabensigel (auch „Ortssigel“) wurden bis 2012 hauptsächlich für wissenschaftliche Spezialbibliotheken vergeben. In manchen Fällen auch für andere wissenschaftliche und öffentliche Bibliotheken und sonstige Einrichtungen.

Beispiele:

B 496 = Stiftung Deutsches Historisches Museum, Bibliothek
M 333 = Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Bibliothek
Stg 5 = Linden-Museum Stuttgart, Bibliothek